Fachreferat Wirtschaft

Unternehmensgründung und innerbetriebliche Konflikte

Sie befinden sich in der ersten Phase der Unternehmensgründung? Wunderbar – diese Phase der Unternehmensgründung ist in der Regel von viel Euphorie geprägt. 

Neben aller Begeisterung stehen schon die ersten Herausforderungen vor der Tür und kommen auf Sie als Unternehmensgründer zu. Erste Prozesse und Strukturen müssen ausgestaltet werden. Um wettbewerbsfähig zu werden bzw. zu sein und schnell auf Veränderungen des Marktes reagieren zu können, bedarf es vor allen Dingen agiler Organisationsformen und Arbeitsweisen.

Arbeit 4.0 und Digitalisierung bringen durchaus Konflikte mit sich und zwar bereits in der Gründerphase – die bisher in der klassischen Arbeitswelt durchaus durch hierarchische Strukturen und deren Führungskräfte gelöst wurden. Konflikte sind auch in einem agilen Arbeitsumfeld nichts Ungewöhnliches. Entscheidend ist, wie Sie als Unternehmensgründer mit Konflikten, d.h. deren Entstehung und Lösung, umgehen. Ungelöste und/oder schwelende Konflikte sind ein erheblicher Kosten- und Risikofaktor für Unternehmen – insbesondere in der Gründungsphase.

Aber:

Wie können Sie Konfliktfelder erkennen und wer kann Sie dabei unterstützen?

Woran erkennen Sie einen Konflikt?

Wie können Sie einen inner- und zwischenbetrieblichen Konflikt lösen? 
Die Unterstützung durch einen neutralen Dritten, z.B. einen Mediator*in, ist bei der Beantwortung dieser Fragen mehr als hilfreich. Mediation als Konfliktlösungsmethode ist bestens geeignet, bereits bestehende Konflikte zu identifizieren und zu lösen. 

Nutzen Sie diese Möglichkeit auch schon in der Gründungsphase Ihres Unternehmens, um z.B. Konflikte im Zusammenhang mit Arbeit 4.0 und 

Digitalisierung oder Konflikte im Team oder mit Kunden oder mit Auftragnehmern erfolgreich zu lösen. In der Mediation lösen die Konfliktparteien freiwillig, eigenverantwortlich und unter Wahrung der Vertraulichkeit ihren Konflikt. Diese Grundprinzipien gelten auch für die künftige Teamarbeit. Von den Mitarbeitern wird ein hohes Maß an Eigenverantwortung verlangt.

Sie gründen ein Unternehmen und haben 3 Mitarbeiter eingestellt. Sie möchten, dass ihr Unternehmen agil und nahe am Kunden arbeitet, um so schneller auf sich ändernde Kundenbedürfnisse zu reagieren, wettbewerbsfähig zu sein und zu wachsen. Organisation und Geschäftsprozesse sollen entsprechend abgebildet werden. Die neu eingestellten Mitarbeiter sollen eigenverantwortlich als Team arbeiten und diese Aufgabe erfüllen. In den regelmäßig stattfindenden Meetings fällt Ihnen auf, dass ihr Mitarbeiter (B) stets Einwände hat, wenn es um Arbeit 4.0 und agile Unternehmen geht und keinen motivierten Eindruck macht. 

Bereits hier müssen Sie sich die Frage stellen, ob ein Konflikt besteht, der sich negativ auf das Team und seine Arbeit auswirkt.

Motivationsverlust, unberechtigte Einwände, Lustlosigkeit sind Konfliktsignale, die sie erkennen und ernst nehmen müssen. Sie sollten mit B ein persönliches Gespräch führen, um in Erfahrung zu bringen, warum er nicht so arbeitet, wie Sie es von ihm erwarten.

Wenn Sie diesen Konflikt nicht klären, werden sich die Fronten weiter verhärten. B wird zunehmend unmotivierter und uneinsichtiger werden, was sich negativ auf das gesamte Team und dessen Arbeit auswirken wird. Gelingt es Ihnen nicht die Hintergründe des Konfliktes zu erforschen, wird B die innere Kündigung aussprechen. Letztendlich werden Sie dem Mitarbeiter kündigen müssen, um die Teamarbeit und das Unternehmensziel nicht zu gefährden. B könnte gerichtlich gegen die Kündigung vorgehen, was zu einem Rechtsstreit führen und Ihrem Unternehmen viel Zeit und Geld kosten würde.

Welche Möglichkeiten bietet Ihnen „Mediation“, um den Konflikt möglichst schnell und kostengünstig zu lösen? 

Mediation schaut auf die hinter dem Konflikt stehenden Bedürfnisse, Motive und Interessen der Beteiligten. Sie müssen heraus finden, was die eigentliche Ursache des Konfliktes ist und welche verdeckten Gründe hinter dem Verhalten von B stecken. 

Dabei kann z.B. heraus kommen, dass B Angst vor Veränderungen hat und deshalb agilen Organisationsformen und Projektstrukturen skeptisch gegenüber steht. B könnte verunsichert sein und würde sich lieber an den gewohnten Strukturen festhalten, die ihm Sicherheit geben. Sie sollten sich Zeit nehmen, um B in einem persönlichen Gespräch zu erläutern, welche Vorteile Sie bei agilen Unternehmen sehen. Sie sollten auch versuchen, B seine Ängste vor Veränderungen zu nehmen und versuchen, ihn zu überzeugen, dass auch Veränderungen von Vorteil sein können. Wenn Sie es schaffen, dass B seine Ängste und Vorbehalte verliert, wird B wieder motiviert im Team arbeiten und vollen Arbeitseinsatz bringen.

Dieses Beispiel macht deutlich, worauf es in der Mediation ankommt, nämlich:

Frühzeitig Konflikte wahrnehmen.
Offen Konflikte ansprechen und einer Lösung zuführen, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.
Die Bereitschaft, frühzeitig Konflikte zu lösen, spart Zeit und Geld.

Konflikt als Chance sehen, um

- das Unternehmen agiler zu machen und notwendige Veränderungen durchzuführen, um schneller auf geänderte Kundenbedürfnisse eingehen zu können
- zu erkennen, dass ein organisatorischer Wandel bevorsteht
- zu erkennen, dass die alten Führungsstrukturen zu überdenken sind
- die Kommunikation im Unternehmen zu optimieren.

 

Unternehmensnachfolge

Bei einer Unternehmensnachfolge hat der Inhaber oft sowohl den Wunsch, den Familienfrieden zu wahren als auch die Arbeitsplätze zu erhalten. Juristische Mittel bringen hier nicht immer eine Lösung für diese  Herausforderung. Eine Mediation ist ein effektives Instrument zur Lösungsfindung, bei der die unterschiedlichen Interessen  "unter einen Hut" gebracht werden können.

Umstrukturierungen

Umstrukturierungen gehen oft einher mit Missverständnissen. Bei Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern werden die Veränderungen nicht verstanden. Demotivation und "Lagerbildungen" gefährden den Prozess . Mediation schafft eine Atmosphäre, die einen konstruktiven Dialog erlaubt.

 

Auf Wunsch zeigen ehrenamtliche Mitarbeiter der Stiftung den Führungskräften, Mitarbeitern und Betriebsräten die vielfältigen Möglichkeiten der Mediation und deren Vorteile auf. Mediationsverfahren werden weltweit erfolgreich eingesetzt und bieten Lösungswege, die für alle Beteiligten energie- und kostensparend sind.